Donnerstag, 21. Dezember 2017

Thema des Monats: Jesus im Alltag nachfolgen

 Christsein im Alltag - das klingt einfacher als es manchmal ist.
Im Thema des Monats Dezember haben wir nachgefragt, wie man Jesus im Alltag nachfolgen kann.
Ein paar Gedanken dazu kommen noch von Daniel Morawek.

Daniel ist freischaffender Autor und Filmemacher. Er ist verheiratet und wohnt irgendwo zwischen Mannheim und Heidelberg. Gedanken über's Christsein macht er sich auf seinem Blog "Gott liebt mich trotzdem".

Jesus im Alltag nachfolgen

Was bedeutet das eigentlich – Jesus im Alltag nachfolgen? Klar, gebe ich mir Mühe als guter Christ zu leben – Gottesdienst, Hauskreis, morgens die Losungen anschauen – aber das ist ja nur ein Teil des Christenlebens. Der Alltag liegt irgendwo anders, bei der Arbeit, im Umgang mit den Nachbarn, in der Facebook-Gruppe, in der man sich über sein Hobby austauscht. Nur, wie folgt man eigentlich Jesus hier? Wirft man mit Bibelversen um sich und lässt in jeden Nebensatz urplötzlich den Glauben einfließen? Reicht es wenn man immer „authentisch“ bleibt? Betet man über jede noch so kleine Alltagserledigung, wie z.B. den Kauf eines T-Shirts (alles schon gehört)?

Als ich zum Glauben kam, mit fünfzehn, habe ich die Pullis und Jacken mit Punk-Sprüchen, gegen Jesus Freak-Klamotten getauscht. „Witness-Wear“ nannte man das. Ja, damals war es wichtig, dass bloss jeder im Alltag erfährt, dass man Christ ist. Und wenn man eh schon bunte Haare und zerrupfte Klamotten hat, dann macht man sich sowieso keine Sorgen mehr, was die Leute von einem denken. Wichtig war, dass jeder wusste, dass man Christ ist. Ein wandelndes Bekenntnis.

Irgendwie war uns im ganzen Jugendkreis klar, dass man Jesus immer nachfolgen musste und in allen Lebensbereichen. Sprich: beruflich.
Damals schien Bibelschule für die meisten von uns das logischste Ziel für eine Berufsausbildung. Der Gedanke, Vollzeit für den Herrn zu arbeiten, hatte für mich auch immer etwas beruhigendes. Dann wäre ja der Alltag irgendwie auch Nachfolge, also müsste man sich keine Sorgen mehr machen, wie man Jesus rund um die Uhr nachfolgen könnte.

Aber selbst von denen, die diesen Weg tatsächlich eingeschlagen haben, arbeiten heute erstaunlich wenige im vollzeitlichen Dienst.
Und ich war nicht mal an einer Bibelschule. Meine Nachfolge im Alltag muss ich also anders regeln. Wenn ich heute darüber nachdenke, war die Sichtweise irgendwie eh Quatsch. Wenn man rund um die Uhr Dienst tut, hat man ganz andere Herausforderungen, denen man sich stellen muss. Ist dann nicht der „Dienst“ der Alltag, der sich in die Beziehung einschleichen kann?

Überhaupt, darf man das eben nicht vergessen: Der Weg mit Jesus ist eine Beziehung. Und die Entwickeln sich bekanntlich mit der Zeit. Vertiefen sich, auch wenn das impulsive und verrückte der Anfangszeit vergeht. Bestenfalls. Im schlechtesten Fall, schlafen Beziehungen einfach ein. So versuche ich mich immer wieder zu hinterfragen, wo ich in meiner Christus-Beziehung gerade stehe. Nicht selten frage ich mich: Muss ich mehr Leistung bringen für den Herrn? Sichtbare Zeichen meines christlichen Glaubens? Aber Leistung, das kann es doch auch nicht sein. Auch in jeder Alltagsentscheidung nach Gottes Willen zu fragen, ist eher nicht meins. Für irgendetwas hat Gott uns doch unseren freien Willen mitgegeben. Umso mehr freue ich mich, wenn ich über eine passende Bibelstelle stolpere oder ein Wort eines anderen Christen, dort abholt, wo ich gerade stehe, wenn ich es wirklich nötig habe.

Jesus im Alltag nachfolgen heißt für mich: Die Beziehung leben, mit Höhen und Tiefen (gemeinsam Zeit verbringen, das ist der Schlüssel jeder Paarbeziehung – so muss man sich für Jesus einfach immer wieder die Zeit nehmen). Versuchen Gottes Stimme nicht zu überhören, wenn er etwas sagt. Einen gottgefälligen Umgang mit den Menschen um mich herum zu führen, mich um meine Mitmenschen zu kümmern. Glaubensgesprächen auch nicht aus den Weg zu gehen, wenn sie sich anbahnen (auch wenn ich eher einen Weg-Duck-Reflex habe). Ein guter Vater zu sein.

Kann es da noch mehr geben? Sicherlich … vielleicht in der nächsten Beziehungsstufe, vielleicht übersehe ich aber auch etwas. Ich hoffe, dass mir dann die Augen geöffnet werden. Habt ihr noch Ideen? Nur her damit.

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