Montag, 21. August 2017

Impuls für deine Woche

Als ich letztes Jahr in Kanada war, stieß ich bei einem Spaziergang auf dieses Straßenschild. Der relativ simple Warnhinweis war dabei nicht das, was mich ins Nachdenken brachte. Als Nicht-Muttersprachler bezog ich den Hinweis weniger auf die schlechte Einsehbarkeit der Straße, sondern viel allgemeiner: Achtung, limitierte Vision!
Ein wenig ertappt musste ich feststellen, dass das Schild recht hatte. Meine Vision war tatsächlich ziemlich begrenzt.
Dabei beruht eine Vision ja eigentlich auf Unbegrenztheit und auf dem Erweitern des Bekannten. Wer eine Vision hat, der hat eine Richtung, auf die er zu läuft. Eine Vision ist ein Ziel, dem man sich ganz verschreiben kann. Ein Traum, wie die Dinge sein könnten.
Visionen haben Menschen verändert, und Menschen mit Visionen haben die Welt verändert.

Ohne Vision kann das Leben ziemlich eingefahren und langweilig sein. Ohne Ziel und Richtung kann es passieren, dass man mit dem Blick rückwärts gewandt in der Vergangenheit fest hängt oder sich einfach nur um sich selbst dreht.
Aber auch wenn das Ziel eigentlich klar ist, kann es vorkommen, dass sich etwas anderes einschleicht, die begrenzte Vision. Eigentlich weiß man genau, was dran ist und worauf es zuzusteuern gilt, aber dann wird alles wieder von Bedenken begrenzt. Die Argumente kennt vermutlich jeder, ob von einer anderen Person formuliert oder zu sich selbst gesagt: Meine Fähigkeiten reichen dafür niemals aus. Der Zeitpunkt ist gerade ungünstig, ich möchte vorher noch dies und jenes erreichen. Ich würde ja gern, aber ich trau mich nicht. Ich hab gerade so viel um die Ohren, das kann ich unmöglich noch anfangen. Was, wenn es nicht klappt? Ich schaffe das doch sowieso nicht.
Und so kann es passieren, dass der anfängliche Traum, die Vision, nach und nach zusammengestutzt wird. Und irgendwann ist nichts mehr davon übrig.
Das ist ähnlich gefährlich wie eine enge, kurvige Straße und hätte durchaus auch ein gelbes Schild verdient: Achtung, begrenzte Vision!
Es ist hilfreich, gelegentlich in sich gehen und zu hinterfragen, wie weit die eigene Vision vom Leben sich vom ursprünglichen Anfang wegbewegt hat, weil Bedenken und menschliche Unzulänglichkeiten die Oberhand hatten.
Es braucht gelegentlich eine Rückbesinnung auf das eigentliche Ziel. Und dafür gilt: Keines ist zu groß oder zu schwer oder zu unwahrscheinlich. Die Welt, wie wir sie heute sehen, wurde maßgeblich von Menschen verändert, die an etwas Großes glaubten und daran festhielten, auch wenn die Umstände dagegen waren. Und mit Gott an der Seite sind alle menschlichen Bedenken so oder so nichtig. Weil Jesus gesagt hat:

Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
(Mk 9,23)

Welche Vision hast du? Was willst du verändern? Ist es etwas ganz kleines, was außer dir niemand bemerken würde? Betrifft es dein Leben und dein Umfeld? Oder willst du die Welt verändern?
Völlig gleich, wie der Maßstab ist, halte dir die Vision vor Augen!

Und gib Acht, dass daraus nicht irgendwann eine limitierte Vision wird.

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