Freitag, 22. Juni 2012

Wenn Fußballer glauben... [Cacau]

© andrearaithel.wordpress.com
Wenn man Cacau (Claudemir Jeronimo Barreto) heute so sieht, kann man kaum glauben, dass er früher ein ziemlich unbeherrschter Charakter war. Wegen seiner verbalen Ausraster und Wutausbrüche war er bei den Schiris in Brasilien gefürchtet - vielleicht nur ein Ventil seiner frustrierenden Umständen. Seine Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen, die Mutter arbeitete als Putzfrau und sein Vater war im 90 Häuschen großem Dorf als Trinker bekannt. Cacau schämte sich dafür. Seine Mutter sagte ihm damals, er solle Fußballprofi werden und wenn es nicht klappen würde, könne er wieder zurückkommen und was anderes machen. Im Angesicht der vielen brasilianischen Talente, war sein Weg nach Europa fast aussichtslos, allzumal er bis dahin in keinem bekannten Verein spielte. Er entschied sich seinen Traum mit Gott in Angriff zu nehmen. Sein Traum half ihm auch dabei seinen Jähzorn und seine Unbeherrschtheit in den Griff zu bekommen.

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"Kein Mensch kommt als Christ auf die Welt. Man muss sich entscheiden, ob man mit Gott leben will oder nicht. Bei mir hat es damit angefangen, dass mir eines Tages ein Mitspieler von Jesus und der Liebe Gottes erzählt hat. Ich verstand nicht, was er meinte, abe rich fand es so interessant, dass ich ihn das ganze Wochenende ausfragte. Und die Frage, wie man Gott entdecken kann, beschäftigt mich seitdem. Als mein Bruder Vladimir sich taufen ließ, war ich neugierig, ob Gott ihn verändern würde. Er verspielte nämlich ständig sein Geld. Nach seiner Taufe war es beinahe, als ob Gott einen anderen Menschen aus ihm gemacht hätte. Ich glaube, dass Gott für mich nur deswegen so interessant wurde, weil ich seine verändernde Kraft mit meinen eigenen Augen sehen konnte. Ich war beeindruckt, als mein Bruder mir erzählte, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. 'Aber wir sündigen doch weiterhin, wie kann man das denn abstellen?', habe ich Gott gefragt. Ich habe nur langsam verstanden, dass Jesus gerade dafür gestorben ist, dass er uns immer wieder von Neuem unsere Schuld vergibt, damit wir aus unseren Fehlern lernen können und dann ein besseres Leben führen."


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Fehler macht Cacau weiterhin - auch als Christ - und manche ärgern ihn sehr. So ließ er sich z.B. im Pokalspiel gegen den 1.FC Nürnberg zu einem Schubser hinreißen. Gegenspieler Andreas Wolf bearbeitete ihn schon das ganze Spiel über und irgendwann platzte dem Brasilianer der Kragen. Cacau bekommt dafür die rote Karte und wird vom Platz gewiesen. Der VfB verliert mit 10 Spielern das Pokalfinale mit 2:3. Cacau sitzt hemmungslos weinend auf der Tribüne neben seinem Freund und Kollegen Dirk Heinen.
Das Leben eines Fußballers ist ein Auf und Ab, wenn man da keinen festen Boden unter den Füßen hat, kann einem der massive Druck ziemlich aus der Bahn werfen.
Cacau zeigt gerne, auf welchem Grund er sein Leben gebaut hat. Für seine Jesus-Shirts, für die es mittlerweile die gelbe Karte gibt, ist er bekannt.
"Ich habe das in Brasilien gesehen. Als ich Christ wurde, wollte ich den Fans das Beste sagen, was man einem Menschen sagen kann: Jesus liebt dich."

Die komplette Geschichte von Cacau findest du u.a. in der Fußball Bibel von David Kadel (Neuerscheinung 2012).

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