Donnerstag, 20. Juli 2017

Thema des Monats: Gott als Herr oder liebender Vater

via
Joshua war Sänger und Gitarrist bei der Band Siegesboten, die sich Anfang des Jahres aufgelöst hat. Er ist verheiratet mit Anna und Vater von Samira und Nathanael und arbeitet als Grafik- & Webdesigner. Neben der Musik interessiert er sich für Filme, zockt gerne, unternimmt gerne was mit Freunden oder der Familie und geht, wenn es denn mal möglich ist, tauchen.

Auch er hat sich ein paar Gedanken zum Thema des Monats "Gott als Herr oder liebender Vater" gemacht:


Was das Monatsthema angeht, kann ich direkt sagen: Wieso oder?
Als ich glaubenstechnisch noch in den Kinderschuhen war, erschien mir der Begriff „Vater“ in Verbindung mit Gott immer sehr surreal. So einen krassen „Herr“ kann ich doch nicht als meinen Vater bezeichnen. Ich dachte immer, ich würde Gott damit sogar ein wenig degradieren, weil wer bin ich schon…

Naja, man besuchte den ein oder anderen Jugend- und Hauskreis und das Gott irgendwie auch mein Vater ist, wurde dann halt schon irgendwie selbstverständlich. Wirklich greifbar wurde es für mich aber immer noch nicht.

Dann wurde ich selbst Vater. Das hat an meinem Gottesbild einiges geändert. Wenn man plötzlich die Verantwortung für so ein kleines Geschöpf übernimmt, es versorgt, es erzieht,… kann man, bzw. konnte ich, auf einmal vieles viel besser verstehen.
Zum Beispiel, warum Gott nicht immer jeden Wunsch erfüllt oder manchmal auch Leid zulässt. Meine Kinder sind heute 6 und 4 Jahre alt und natürlich würden sie am liebsten den ganzen Tag fernsehen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es bei uns nicht hin und wieder einen Fernsehertag gibt, aber natürlich kann ich das meinen Kindern nicht immer erlauben. Für mich ist es selbstverständlich, dass es für Kinder wichtig ist, sich auch ohne Medien beschäftigen zu können. Für ein Kind von 4 Jahren, ergibt so ein Verbot überhaupt keinen Sinn.
Man hat ja schon oft gehört, dass Gott einen Plan hat und wir den nicht verstehen können. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich fand diese Aussage immer extrem unbefriedigend. Aber… es ist so!
Wenn ich meinen Kindern etwas verbiete, etwas nicht ermögliche, dann hat das für mich einen Grund, der völlig klar ist. Als Kind verstehst du oft nicht, warum du manche Sachen nicht darfst und findest es einfach nur blöd.
Und so ist es auch in unserer Beziehung mit Gott. Wir sind Kinder! Gott ist der Erwachsene. Natürlich sind viele von uns mittlerweile auch erwachsen und man kann vieles sehr viel objektiver und reflektierter betrachten. Aber die Dimension zwischen uns und Gott, kann man sich, so denke ich, etwa so vorstellen, wie zwischen einem Erwachsenen und einem Kind.
Wir sollten uns unserer „Kinderrolle“ bewusst sein, uns erziehen lassen. Das die meisten da heute keine Lust mehr drauf haben ist klar, aber an dieser Stelle verweise ich gerne auf meinen Lieblingsvers:

Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. -Matthäus 18,3

Lasst uns also unsere Kinderschuhe wieder anziehen, auch wenn wir meinen alles besser zu wissen und lassen wir uns von unserem Gott, der unser Herr und liebender Vater ist, immer wieder neu erziehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen