Montag, 22. Mai 2017

Impuls für deine Woche

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Vor einiger Zeit fuhr ich nachts auf dem Weg nach Hause mit dem Auto über eine Landstraße. Vor einer Querstraße erschien dann wie oftmals üblich eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Die meisten kennen diese Situation vermutlich: In alle vier Himmelsrichtungen kein Mensch oder Auto, geschweige denn ein Polizist zu sehen. Warum denn jetzt bremsen, es kommt ja sowieso keiner und es sieht ja auch keiner. Während ich also erst bremste, dann langsam dahin zuckelte und mich in meinem Vorhaben schnell nach Hause zu kommen ungemein gehindert fühlte, dachte ich nach.
Am helllichten Tag, wenn alle zuschauen, halten sich die meisten an die Vorschriften. Aber alleine, im Dunkeln, wenn keiner hinsieht, ist das nicht mehr ganz so selbstverständlich.
Das ist nicht nur im Straßenverkehr so, mir fällt das auch sonst im Leben auf. Auch wenn es dort weniger um Vorschriften geht als vielmehr um das allgemeine Verhalten. In einer Gruppe herrscht eine kollektive Moral. Bei einem Picknick achten oft alle gemeinsam darauf, dass kein Müll in die Gegend geworfen wird und man ermahnt sich dazu auch gegenseitig. Aber wenn ich alleine durch den Park schlendere und kein Papierkorb ist in Sicht, dann fliegt das Kaugummipapier schnell durch die Luft und ins Gras. Es sieht ja keiner und ein kleines Stückchen Papier ist ja auch nicht so schlimm. So passiert es häufig: Eine kleine Notlüge hier, zu viel Wechselgeld dort, was ich nicht zurückgebe. An vielen Stellen schleichen sich kleine Alltagssünden ins Leben ein. Und das, obwohl wir selbstverständlich wissen, was wir in diesen Situationen eigentlich hätten tun sollen.
Warum tun wir dann nicht das, was wir tun sollten?
Ganz einfach, weil keiner zuschaut. Wir Menschen sind so sehr von unserer Umgebung abhängig, vor allem von den Menschen unserer Umgebung, dass unsere Worte und Taten immer davon abhängen. Dabei greift diese Sichtweise viel zu kurz. Denn es geht eben genau nicht darum, Gutes zu tun wenn gerade viele dabei sind und sonst in Gleichgültigkeit zu leben. Auch wenn der Satz unglaublich abgedroschen klingt, wahr ist er dennoch: Gott sieht alles. Und er wird uns für alles, was wir so getan und unterlassen haben, zur Rechenschaft ziehen. Das wird (zum Glück) nicht zwangsläufig ins Verderben führen, weil wir auf die Gnade durch Jesus Christus vertrauen können. Trotzdem sollten wir das Beste geben in unseren Worten und Handlungen, immer, egal wie das Publikum im Moment aussieht. Wir sollten auch dann langsam fahren, wenn nachts keiner da ist, und es uns wir riesiger Blödsinn vorkommt.

Ich wünsche dir für die neue Woche den Mut und die Kraft, auch dann das Richtige zu tun, wenn keiner hinsieht.

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