Samstag, 10. Dezember 2016

CD: Disciple - Long Live The Rebels

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Schon vor einiger Zeit hat die amerikanische Rockband Disciple ein neues Album veröffentlicht: "Long Live the Rebels". Es ist damit nach "Attack" und der EP "Vultures" das nächste Album der schon alteingesessenen Band um Kevin Young. "Long Live the Rebels" wurde wie auch "Attack" über eine Fundraising-Kampagne der Plattform kickstarter.com finanziert.

Trackliste:
01 First Love
02 Long Live the Rebels
03 Secret Weapon
04 Erase
05 Come My Way
06 Underdog Fight Song
07 God Is With Us
08 Spirit Fire
09 Forever Starts Today
10 Black Hole
11 Spinning
12 Empty Grave

Das erste Lied "First Love" spiegelt den Gesamtklang des Albums recht gut wieder: Satte Rockmusik mit harten Riffs und eingängigen Refrains, immer mal versetzt mit elektronischen Klängen. Als kleinen Höhepunkt enthält das Lied ein sehr schönes Gitarrensolo. Es ist ein sehr gelungener Einstiegstitel, der Lust auf mehr macht.

Mit "Long Live the Rebels" folgt als Zweites gleich der Titelsong, der kraftvoll und energiegeladen das Bild der Band eines Christen zeichnet: Als Rebell, der gegen den Strom schwimmt und sich nicht von den Dingen dieser Welt beeindrucken lässt. Diese Rebellion haben die Vier musikalisch sehr gut umgesetzt.

"Secret Weapon" ist der erste Ausflug in eine eher elektronische Richtung auf diesem Album. Die Mischung aus „klassischer“ Besetzung mit Schlagzeug und E-Gitarre mit Synthesizer-Klängen und Gesangseffekten ist gut ausgewogen und gelungen.

Das nächste Lied "Erase" ist definitiv ein Höhepunkt des Albums und wurde nicht umsonst als Singleauskopplung bereits vor dem Album veröffentlicht. Eine kraftvolle Hymne über Gottes unendliche Gnade. Bestens geeignet um sich von Kevin Youngs ausdrucksstarkem Gesang Mut machen zu lassen in schlechten Zeiten.

Bei "Come My Way" werden eingesessene Fans sofort eine Veränderung feststellen: Eine Stimme, die nicht Kevin Young gehört. Der Gitarrist Josiah Prince singt weite Teile dieses Liedes. Und obwohl Kevin Young mit seinem charakteristischen Gesang die Messlatte hoch angelegt hat, steht Josiahs etwas tiefere Stimme dem in nichts nach. Das Ganze fügt sich gut zusammen und trägt zur Vielfalt des Albums bei.

Nach dem eher ruhigen "Come My Way" nimmt das Album mit "Underdog Fight Song" wieder ordentlich Fahrt auf. Es ist ein schneller Rocksong in guter alter Disciple-Manier. Der Kopf nickt und die Füße wippen im Takt, ein Lied, das auf dem Album und sicher auch live Spaß macht.

Das nächste Lied "God Is With Us" schlägt danach wieder ruhigere Töne an und bietet mit dem Einsatz von Klavier und Akustikgitarre einen guten musikalischen Kontrast. Hingucker bei diesem Lied ist auf jeden Fall der Refrain. Es lässt sich fast nicht vermeiden einfach mit einzustimmen und man möchte die ganze Welt singen hören: Their words cannot stand against us, for God ist with us, God is with us!

Mit "Spirit Fire" zeigen Disciple einmal mehr was sie können: ordentlich abrocken. Auch wenn das Lied im Prechorus ein wenig an "Killing In The Name" von Rage Against The Machine erinnert, ist es gut gelungen. Allen Leuten, die den zunehmenden Einfluss elektronischer Elemente in der Rockmusik beklagen und die musikalische Verweichlichung fürchten, gehen hier relativ schnell die Argumente aus.

Gerade wenn man sich ein wenig in das Album reingehört hat und "Forever Starts Today" in die Schublade eines weiteren rockigen aber vielleicht auch etwas langweiligen Liedes gesteckt hat, kommt mit dem Refrain eine kleine Überraschung. Mit einem Tonartwechsel wird hier ein deutlicher Akzent gesetzt, der aufhorchen lässt und das Stück von einem guten zu einem sehr guten Rocksong macht.

"Black Hole" startet mit einem Tempo durch, was wieder einmal direkt in die Füße geht. Trotz der schnellen Riffs und Schlagzeugrythmen hat das Lied, wie der Titel schon vermuten lässt, einen eher schwermütigen Charakter. Das gilt sicher für die Musik, für den Text aber nur bedingt. Auch wenn viel von Schmerz die Rede ist, findet sich auch die Hoffnung durch Jesus wieder, auf den wir alle unseren Schmerz abladen können.

Mit ruhigen und musikalisch nur leicht besetzten Strophen ist "Spinning" möglicherweise das Lied des Albums, was einer Rockballade am nächsten kommt. Refrain und Bridge lassen einen diese These aber schnell wieder verwerfen. Textlich greift das Lied einen Wunsch auf, den sicher jeder schon einmal verspürt hat: Die Welt einfach mal kurz anhalten, um eine Pause zu bekommen von allen unübersichtlichen Dingen, die in jeder Sekunde ablaufen.

Den Abschluss des Albums bildet "Empty Grave", was sich stilistisch doch deutlich von den restlichen Liedern unterscheidet. Eher ruhig und poppig kommt es daher und Liebhaber des guten alten Disciple-Rocks werden E-Gitarre und Schlagzeug vermissen. Aufgewertet wird das sonst eher seichte Lied zum Ende hin von weiblichem Backgroundgesang.

Insgesamt haben Disciple wieder einmal ein Album von hoher Qualität geliefert, was angesichts der zahlreichen bereits erschienenen Alben sicher nicht leicht ist. Long Live the Rebels ist ein frisches Album, was sicher vieles sein mag, aber auf keinen Fall altbacken und langweilig wie manch andere Band nach so vielen Jahren Bandgeschichte. Disciple sind nicht stehengeblieben, sondern haben neue Liedern mit neuen Ideen und teilweise neuen Klängen produziert, ohne dabei ihren Stil zu verlieren.
Für alle die Menschen, die sich nicht nur an schöner Musik sondern auch an Liedtexten erfreuen, lohnt sich wie auch bei den anderen Alben der Band ein Blick in die Lyrics.

Zu erwerben gibt es das Album zum Beispiel auf iTunes und Amazon.com.

Und hier noch eine Hörprobe für euch:

Disciple - Erase

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