Donnerstag, 24. November 2016

Thema des Monats: Prädikat mangelhaft - wenn Zweifel an dir nagen

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Wer kennt es nicht, das mangelnde Selbstwertgefühl, wenn Selbstzweifel an einem nagen...
darum geht es ja aktuell in unserem Thema des Monats.

Michael Seiler hat sich darüber auch ein paar Gedanken gemacht.
Einige von euch kennen ihn sicherlich, denn er ist der kreative Kopf hinter Walnut TV. Außerdem ist er Autor und seit einiger Zeit auch Blogger-Kollege. Seinen Blog, wo er verschiedene Dinge rezensiert, findet ihr unter seilerseite.de.


Selbstwertgefühl ist schon nicht schlecht. Wenn man es hat. Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Die meisten Leute haben Vorbilder. Gut, man gibt das nicht immer zu, aber Menschen, die einen beeindrucken oder die man bewundert gibt es eigentlich immer. Gleichzeitg versuchen meiner Erfahrung nach viele, in Gesellschaft anderer nicht allzu unwichtig rüberzukommen, zu beweisen, dass sie selbst etwas wert sind. Ganz ehrlich, ich bewundere am meisten Leute, die gerade das scheinbar nicht nötig haben. Die offenbar auf eine positive Art mit sich selbst zufrieden sind, ohne sich aber vollständig von der Welt abzukoppeln. Die sich selbst wertschätzen und deshalb auch anderen auf Augenhöhe begegnen können, egal was der Gegenüber-Mensch in seinem Leben erreicht hat oder auch nicht.

Deshalb habe ich lange Zeit versucht, genau so zu werden. Ein lässiger, netter Typ, dem man die Lebenserfahrung schon kilometerweit ansieht und der einfach immer grundsympathisch rüberkommt, ohne irgendwas beweisen zu müssen. Denn gerade Selbstbehauptung ist eine Eigenschaft, die in vielen Berufen, in die ich in den letzten Jahren reingeschnuppert habe (Medienzeug), Grundvorraussetzung und Berufskrankheit in einem ist. Und irgendwie färbt der Job immer auf das Leben ab und umgekehrt, ob man das nun will oder nicht. Problem: Ganz von alleine klappt das nicht und auch wenn sich mancher davon vielleicht hat blenden lassen - ich kam mir dabei immer irgendwie unaufrichtig vor. Allerdings habe ich durch diesen Fehlversuch mit dem mir selbst auferlegten "Programm" einiges gelernt.

Ich kann andere nicht wertschätzen ohne mich selbst angenommen und wertgeschätzt zu fühlen. In dieser Hinsicht sind mir meine Frau, Familie und Freunde ein großer Rückhalt, auf den ich nie verzichten möchte. Wenn ich erstmal weiß, wie sich das anfühlt, was ich weitergeben will, dann wird es gleich viel lebensnaher und herzlicher. Und weil Menschen Fehler machen können und niemand auf der Welt perfekt ist, ist es mir genauso wichtig, mich auch von Gott angenommen und geliebt zu fühlen. Wenn selbst der Schöpfer der Welt und jeder Form von Leben von ganzem Herzen "Ja!" zu uns sagt, dann ist das nicht nur die Kirsche auf der Sahnehaube, sondern die Grundlage für ein Leben, in dem ich nicht einfach nur existiere und meine Bedürfnisse abarbeite.

Eine Grundlage die hilft, jeden anderen ebenfalls als einmaliges Geschöpf zu sehen, weil ich auch eins bin. Die Leute, die ich sowieso schon leiden kann und auch die, die nerven. Denn vielleicht versuchen gerade die etwas ähnliches zu erreichen. Und auch ich bin immer noch nicht perfekt und mache auf dem Weg zum immer mehr wertschätzenden Individuum reichlich Fehler. Und lerne dazu.

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