Freitag, 29. Juli 2016

Sacrety - The Last Show

Ein Jahr lang hatten Fans Zeit sich auf dieses Wochenende vorbereiten: Die letzte Show von Sacrety, der Band, die die christlichen Bühnen Europa's in den letzten Jahren kompromisslos gerockt hat. Nach fast 10 Jahren Bandgeschichte sollten am Wochenende vom 22. und 23. Juli die letzten Akkorde der fünf Jungs aus Baden- Württemberg erklingen. Der Freitag in akustischem Gewand, am Samstag nochmal richtig laut - so sollte der Abschied aussehen.
In der Schillerhalle in Dettingen(Erms) ging es am Freitag schon früh morgens mit dem Aufbau los, denn um 19.00 Uhr stand der erste Künstler des Abends auf dem Zeitplan. Zwar gab es eine kleine Verzögerung, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.
Marc Will machte mit stimmungsvollem Singer- Songwriter- Ambiente an diesem Abend den Anfang. Als Unterstützung hatte er den langjährigen Tontechniker von Sacrety dabei und gab seine Lieder zum besten, die mal ruhiger und mal flotter daher kamen. Ein wundervoller Auftakt in einen Abend, der noch sehr viel mehr zu bieten hatte.
Nach einer zügigen Umbaupause waren For Me And my Sons bereit, die Bühne zu übernehmen. Auch hier stand eine gute Mischung aus schnelleren und bedächtigeren Liedern auf der Setlist, die mal mit der gesamten Band und mal als Duo dargeboten wurden. Das Publikum war schnell voll dabei und stimmte in den Refrain und einfache Sprechchöre ein. Natürlich wurde auch fleißig mitgeklatscht und sicher konnte die Band einige Besucher neu für sich begeistern.
Als nächsten gaben sich Ceil die Ehre, von denen man schon länger nichts gehört hatte. Heimlich, still und leise hatten die drei Herren eine EP aufgenommen, die in den Tagen zuvor erschienen war. Mit Unterstützung von Charlotte Mohns an Violine, Glockenspiel und Stimme wurden einige Tracks davon an diesem Abend auch im akustischen Gewand zum besten gegeben. Ein paar "Klassiker" durften aber auch nicht fehlen. Für den ein oder anderen Lacher sorgten außerdem die Ansagen von Sänger Ergi - aber spätestens bei "I Feel You Smile" hatten alle ein dickes Grinsen auf dem Gesicht. Dafür hatten sich Ceil nämlich, wie vor Jahren im Studio, Sacrety als Background- Sänger dazugeholt. Die Choreographie zum Song saß noch wie am ersten Tag und die Stimmung war bestens - auf und vor der Bühne.
Nachdem Ceil ihr Set beendet hatten, war es auch schon Zeit für die letzte Band des Abends: Sacrety. Einerseits heiß erwartet, andererseits hatten sich wohl alle gewünscht, dass dieser Moment nie kommen würde.
Ganz schick in Anzug und mit thematisch passenden Krawatten betraten die fünf die Bühne und legten los. Lieder von allen Alben erklangen im akustischen Gewand, mal heiter, mal besonnener. Das Publikum sang kräftig mit und ignorierte spätestens beim zweiten Lied die Stühle, die gestellt worden waren. Alle klatschten mit und auch die Füße konnten einige nicht mehr still halten. Zum ersten Mal überhaupt erklang so auch "Be Like Kids" vom Album Alive. Außerdem konnten die Zuschauer bei "Dance" und "Get A Wiggle On It" ein wenig das Tanzbein schwingen, während es bei "Your Own Lies" und "Alive" etwas ruhiger wurde. Auch das klassische Backstreet Boys- Cover durfte natürlich nicht fehlen und wurde sogar mit einem passenden Banner an Chris' Keyboard gefeiert. Ganz ohne Rock'n'Roll geht es aber auch akustisch nicht: "Hold On Tight" ist eben geschrien einfach besser als "normal" gesungen. Dass die Verbindung von lauten Stimmen und akustischen Instrumenten trotzdem funktioniert, stellten die fünf mal wieder unter Beweis. Das Set neigte sich nach fast zwei Stunden dann langsam dem Ende zu, und nach "With All That I Am" mussten wohl die meisten beim letzten Lied "When The Music Fades" das ein oder andere Tränchen verdrücken.
Damit ging der erste Abend zu Ende, und obwohl es "der Anfang vom Ende" war, konnte nach all diesen Eindrücken wohl jeder mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlafen gehen.

Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen der härteren Klänge. Schon zwei Stunden vor Einlass hatte sich eine Schlange an der Tür gebildet mit Menschen, die es nicht erwarten konnten ein letztes Mal mit ihrer Lieblingsband zu rocken.
Natürlich durfte auch hier tatkräftige Unterstützung nicht fehlen: eröffnet wurde der Abend von normal ist anders, die über das letzte Jahr einen regelrechten Senkrechtstart hingelegt haben und auf fast jedem namhaften christlichen Konzert anzutreffen sind. Mit viel Schwung und guter Laune starteten die vier in den Abend. Leider traten merklich Soundprobleme auf, die Stimmung ließ sich dennoch nicht trüben. Dass der eigentliche Drummer der Band, Simeon, leider nicht dabei sein konnte, fiel kaum auf: rege Unterstützung von den beiden Dave's von Good Weather Forecast und Sacrety am Schlagzeug sorgte dafür, dass alle im Takt blieben. Besonders der Song, zu dem gerade ein Musikvideo erschienen ist, ging mächtig "UpxAb" und ließ keinen still stehen.
In der Umbaupause konnte man sich entweder ein Erfrischungsgetränk (bei den Temperaturen bitter nötig) oder etwas kleines zu essen holen, oder aber die Merch- Stände leer kaufen. Besonders der Stand von Sacrety, an dem schon nur noch Restbestände zum Sonderpreis erhältlich waren, erlebte nochmal einen riesigen Ansturm.
Nachdem auf der Bühne das eine oder andere Kabel umgesteckt wurde, gaben sich alte Bekannte die Ehre: My Little Rockstar Dream hatten sich noch einmal die Instrumente umgeschnallt, obwohl sie ja auch schon vor mehr als einem Jahr ihr Ende beschlossen hatten. Ganz in alter Frische wurde gerockt, und die treuen Fans kamen voll auf ihre Kosten. Nicht nur erklangen Lieder wie "When I Was Thirteen" und "This Is The End" von der letzten Platte, sondern auch "High and Low" als Klassiker und "Promises" und "When We Were Young" als Neuheiten durften nicht fehlen. Zwischendurch erklang immer wieder ein kurzer Einwurf als Tribut an Blink 182, der für den ein oder anderen Lacher sorgte.
Anschließend wurde ein ein bisschen poppiger, denn natürlich durfte auf der Abschiedsshow von Sacrety die langjährig befreundete Band Good Weather Forecast nicht fehlen. Mit ihrem Mix aus aktuellen und älteren Songs brachten sie das Publikum zum Tanzen - um den Laser- Dance kann sich ja eh keiner drücken. Um Sacrety die Ehre zu erweisen gaben die Jungs aus Bayern, die an diesem Abend auch in kleinerer Formation als sonst spielten, noch einmal das Cover von "Tonight" zum besten, was vor Jahren im Zuge der "Shout For Your Glory" Platte entstanden war. Damit wurde dem sonst sehr energischen Set eine ruhige Note verliehen. Nichtsdestotrotz wurde kurz darauf wieder kräftig getanzt und mitgesungen, sodass allerspätestens nach der Zugabe jeder gut aufgewärmt war für das letzte und emotionalste Set des Abends.
Denn schon war es an der Zeit, dass sie die fünf Jungs, um die es ging, ein letztes Mal die Ehre gaben. Nicht aber, ohne dass ihnen vor Beginn des Auftritts jeweils eine goldene Schallplatte verliehen wurde; mehr als verdient.
Mit einer letzten, brandneuen Setlist brachten Sacrety die Schillerhalle dann regelrecht zum Kochen. Den Auftakt machte "Give What You Got" vom letzten Album, und das Publikum musste sich nicht lang bitten lassen. Mit aller Kraft gab jeder auf, vor und auch hinter der Bühne noch einmal alles, was er zu bieten hatte. In den fast zwei Stunden Spielzeit erklangen alte wie neue Songs, und es gab auch einige Überraschungen: Als die Menge geteilt wurde machte sich so mancher in freudiger Erwartung für die Wall of Death bereit, die jedoch ausblieb - dafür hatten sich die fünf Musiker auf die kleine Bühne in der Mitte des Saals begeben, um von dort aus "Tonight" in der a capella Version vorzutragen. Da musste der ein oder andere sicherlich schon die erste Träne verdrücken, aber spätestens bei "Goodbye", was im Anschluss erklang, konnten viele Ihre Gefühle nicht mehr zurück halten. Jedoch stand noch einiges auf dem Plan: So schnupperte auch Patrick, Frontmann von Crushead, noch einmal Bühnenluft als Sänger und ließ mit dem Hit "Reason To Jump" die Menge ausrasten. Danach übernahmen wieder Sacrety, die dem Publikum weiter ordentlich einheizten. Matze und Tobi war es auf der Bühne offenbar auch zu warm, denn sie hatten kurzerhand die Shirts ausgezogen und spielten nun oberkörperfrei.
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Mit einem sehr elektronischen Intro zu "Hallelujah" überraschte Sacrety das Publikum, und feierten den Song danach umso mehr. Bei "Dance" wurde noch einmal affenstark ausgerastet, bevor die Rufe nach einer Zugabe laut wurden. Gern kamen die Jungs dafür zurück auf die Bühne, bedankten sich bei allen Unterstützern, Technikern und Mitarbeitern, auch wenn Sprechchöre aus dem Publikum Sänger Fabi kaum zu Wort kommen ließen. Niemand wollte, dass es endet, deswegen wurden minutenlang "Sacrety" Rufe so laut wie nur möglich skandiert. Auch den Musikern auf der Bühne ging das sehr nahe. Dennoch ließ es sich nicht vermeiden, das letzte Lied "Hold On Tight" erklang und danach wurde es still auf der Bühne. Das Kapitel Sacrety war abgeschlossen. Und jetzt flossen die Tränen, bei Publikum und Band gleichermaßen. Die T-Shirts der Band, die in einer Reihe gesehen "Danke" buchstabierten, sagten in dem Moment wohl mehr als tausend Worte.

Es flossen noch einige Tränen nach dem Konzert, aber dennoch sollten wir die Erinnerungen an viele Jahre guter Musik und mitreißenden Shows festhalten und feiern. Denn, auch wenn es keine Konzerte von Sacrety mehr geben mag, die Musik bleibt, und Erinnerungen bleiben. und nichts ändert die Tatsache, dass diese fünf Jungs aus dem Schwarzwald viel bewegt haben.
Uns bleibt damit auch nichts anderes zu sagen als "Danke" für viele Jahre guter Freundschaft, unzählige Konzerte und eine letzte unvergessliche Show. So schnell wird euch niemand vergessen, fehlen werdet ihr uns aber allemal.

Wobei... Fabi's letzte Worte auf der Bühne klingen nach: "Tschüss, bis zum nächsten Mal!" ...

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