Donnerstag, 7. April 2016

Thema des Monats: Prädikat mangelhaft - wenn Zweifel an dir nagen

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Unter Musikern gehört Norm Strauss schon fast zu den alten Hasen und kann somit von so einigen Erfahrungen berichten. Wer den Country-Folk-Singer/Songwriter vorher noch nicht kannte, der kennt ihn spätestens seit der letzten Staffel von The Voice of Germany.
Norm ist gebührtiger Kanadier mit deutschen Wurzeln und lebt immer mal wieder in Kelowna (Kanada) und in Dresden.

In all den vielen Jahren als Musiker musste er sich sicherlich schon das eine oder andere Mal auch mit Selbstzweifeln rumärgern.

Davon erzählt er euch heute hier beim Thema des Monats April:


Viele Künstler ringen mit ihrem Selbstwertgefühl. Ich denke, das kommt daher, dass wir dazu neigen, uns über unsere Kunst zu definieren. Wir vergessen, dass es viel wichtiger ist, eine gute und ausgeglichene Persönlichkeit zu sein als ein großartiger Künstler. Wir denken irgendwie, dass es ok ist, wenn wir in unserem Privatleben chaotisch sind, solange wir nur erfolgreich sind mit unserer Kunst. Wir sehen das immer wieder in Hollywood oder in der Musikindustrie. Diese Welt ist total darauf ausgerichtet, Geld zu machen und berühmt zu sein. Wie viele total berühmte Musiker kennst du, die große Hits gelandet haben, aber es nicht auf die Reihe bekommen eine Ehe zusammenzuhalten? Wie viele Hollywood Schauspieler konnten ihre Familie über langfristig zusammenhalten? Einige, aber nicht viele. Ich verurteile sie nicht, aber ich stelle immer wieder fest dass es wichtiger zu sein scheint, Erfolg zu haben mit dem was wir tun, als das zu zeigen, was uns als Mensch ausmacht. Letztendlich verursacht das nur Frustration und Enttäuschung.

Ganz am Anfang meiner Musikkarriere, als unsere Kinder noch klein waren, da kam jemand bei einem Konzert zu mir und sagte mir, dass ich für sie wie ein "Guitar Hero" wäre. Als ich dann in der Nacht nach Hause gefahren bin, dachte ich "Ja, ich glaube, ich bin schon so etwas wie ein Held." Ich hatte da dieses Bild im Kopf von Superman, der Gitarre spielte. Dadurch fühlte ich mich gut und auf eine bestimmte Art und Weise auch wie ein erfolgreicher Künstler. Später am Abend erzählte ich einem Freund davon. Er sah mir direkt in die Augen und sagte: "Norm, du solltest für niemand ein Held sein außer für deine Frau und deine Kinder. Wenn deine Frau denkt, du bist der beste Ehemann und deine Kinder denken, dass du der beste Vater bist... dann bist du ein wahrer Held. Alles andere ist Illusion." Ich habe oft darüber nachgedacht und ich denke, dass das auch wirklich so stimmt. So zu denken führt dazu, dass ich auf dem Boden der Tatsachen bleibe und nicht abhebe.

Ich denke, die Hauptursache dafür ist, dass wir nicht wirklich verstehen, wie sehr Gott uns liebt. Mein ganzes Leben lang habe ich gehört, wie der Pfarrer im Gottesdienst sagte, dass Gott mich liebt. Eines sagte sagte ein Freund zu mir: "Ja, Gott liebt dich, aber er mag dich auch. Er mag deinen Sinn für Humor, er mag deinen Klamottengeschmack. Alles." Irgendwie hat mich das getroffen - dass ich niemand anderes sein muss. Gott mag mich so wie ich bin. Nichts was ich mache, kann dazu führen, dass ich von ihm mehr angenommen werde. Wir als Künstler vergleichen uns oftmals mit anderen und vergessen dabei, dass wir alle einzigartige Geschöpfe sind. Jeder für sich. Wenn wir das wirklich verstehen, dann können wir uns selbst nicht nur klarer sehen und bessere Künstler werden, wir können andere auch besser lieben weil wir uns nicht länger Gedanken über den Erfolg machen müssen, wie die Welt ihn sieht, sondern wie Gott ihn sieht. Und das bedeutet, dass wir unseren Nächsten genauso wie uns selbst lieben. Deine Kunst darzustellen kann so eine Art sein, die Liebe zu deinem Nächsten auszudrücken. Einfach authentisch zu sein ist wie ein Geschenk, das du der Welt machen kannst. Aber manche von uns haben eine verzerrte Vorstellung davon, wer wir wirklich sind. Wir denken irgendwie, dass es nicht genug ist und so versuchen wir, damit klar zu kommen indem wir uns Masken aufsetzen. Als Künstler ist einer meiner größten Werte, authentisch auf der Bühne zu sein und Leute einzuladen, mich kennen zu lernen. Auf diese Weise erfahren Sie etwas über den, der mich geschaffen hat und so kann auch ich sie kennenlernen.

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